Wie Immobilienbesitzer auf Staatskosten sanieren – die wichtigsten neuen Regeln

07.01.2020 - 15:05

Alte Ölheizung, zugige Fenster und Türen oder undichtes Dach? Viele Gebäude sind Energiefresser. Wie Sie Ihr Eigenheim auf Staatskosten dichten und dämmen

Wer seine Immobilie selbst bewohnt, kann seit dem 1. Januar 2020 für energetische Sanierungsmaßnahmen lukrative Steuerermäßigungen erhalten. Die Bundesregierung fördert laut „Klimaschutzprogramm 2030“ Arbeiten zur Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen sowie Geschossdecken besonders. Den Zuschuss soll es auch geben, wenn Eigenheimbesitzer Fenster, Türen, Lüftungs- oder Heizungsanlagen erneuern oder austauschen.

Kasse machen

Der Fiskus erkennt 20 Prozent von maximal 200000 Euro der Sanierungsaufwendungen als Abzugsbetrag an – höchstens insgesamt 40000 Euro. Die Steuerersparnis gibt es als Direktabzug von der Steuerschuld und wird auf drei Jahre verteilt. Damit können Steuerzahler – unabhängig von der Progressionsstufe ihres Einkommens – die gleich hohe Steuerförderung kassieren. Insbesondere Eigenheimbesitzer mit mittleren Einkommen fahren mit dieser Regelung besonders gut.

Wichtig: Wer Fenster mit guter Wärmeschutzverglasung einbauen, das Haus dämmen oder die alte Ölheizung durch ein neues Heizsystem ersetzen will, ist allerdings an bestimmte Fristen gebunden. Bauherren müssen sämtliche Maßnahmen im Zeitraum von 1.1.2020 bis spätestens 31.12.2029 durchführen lassen. Der Steuerabzug ist außerdem an weitere Voraussetzungen geknüpft:

Begünstigt sind laut Gesetzentwurf nur Gebäude, die der Auftraggeber selbst bewohnt. Unschädlich ist aber, wenn der Investor ein häusliches Arbeitszimmer in den Wohnräumen des Eigenheims nutzt. Dies gefährdet den Abzug nicht.

Das förderungsbedürftige Gebäude muss mindestens 10 Jahre alt sein und natürlich im Zeitraum der Steuervergünstigung im Eigentum des Förderungsnehmers sein.

Erzielt der Bauherr jedoch ganz oder auch nur teilweise steuerpflichtige Einkünfte aus Vermietung, dreht das Finanzamt den Förderhahn zu. Großzügig ist die Finanzverwaltung dagegen bei der Wahl des Standorts der Objekte. Für jedes in Deutschland oder in einem EU- oder EWR-Mitgliedstaat gelegene, zu privaten Zwecken genutzte Wohngebäude kann der Immobilienbesitzer den Bonus beantragen – egal, ob die Immobilie in München, Rom oder Wien steht.

Wichtig: Das Objekt muss zum Zeitpunkt der Baumaßnahmen älter als zehn Jahre sein, ansonsten setzt der Fiskus den Rotstift an.

Eine weitere wichtige Voraussetzung: Die Förderung ist objektbezogen. Sind mehrere Personen Eigentümer der Immobilie, erhalten sie die Förderung nur einmal für das gemeinsame Eigenheim – den Steuervorteil gibt es also nicht pro Miteigentümer.

Grundsätzlich gilt: Alle Einzelmaßnahmen, die von der KfW-Bank (kfw.de) als förderfähig erachtet werden, sind auch beim neuen Steuerabzug begünstigt – also sämtliche Maßnahmen, die der Wärmedämmung sowie der Erneuerung und Optimierung von Heizungsanlagen dienen.

Die Finanzverwaltung schiebt dem Steuerabzug allerdings einen Riegel vor, wenn der Bauherr die Aufwendungen etwa im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung als Werbungskosten abzieht. Gleiches gilt, wenn dieser eine steuerliche Förderung für Modernisierungskosten in Sanierungsgebieten oder für Baudenkmale in Anspruch nimmt.

Auch wer Handwerkerkosten für Modernisierungen als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend macht, muss auf den Steuerbonus verzichten.